Geschichte des CVJM Fellbach

Der CVJM Fellbach wurde am 29. Mai 1864 als Jünglingsverein gegründet.

Im Jahr 1909 erwarb die Kirchengemeinde das bis heute genutzte Grundstück in der damaligen Schulstraße und überließ es dem CVJM. Für Veranstaltungen wurde zunächst eine offene Gartenhalle errichtet, die im Jahr 1921 zu einem Veranstaltungslokal mit dem Namen Gartenheim ausgebaut wurde.

Bereits seit den frühen Jahren des CVJM sind Jungschar, Posaunenchor und Sport wichtige Bestandteile des Vereinslebens.

Im Ersten Weltkrieg waren 25 Vereinsmitglieder gefallen oder wurden vermisst. Trotzdem erfuhr der Verein in den 1920er-Jahren einen stetigen Aufschwung. Es gab viele wöchentliche Veranstaltungen und auch den Familienabend, den Konfirmandenabend, Gartenfeste, Vereinsausflüge, Herbstdankfeiern, Weihnachtsfeiern, Spielaufführungen, Evangelisationen, Bibelkurse, später auch Freizeiten und Lager

Im Dritten Reich wurde die Jugendarbeit des CVJM verboten. Trotzdem gelang es, die Arbeit teilweise als kirchliche Gemeindejugend und Schülerbibelkreis weiterzuführen. Um einer Enteignung durch die Nationalsozialisten vorzubeugen, wurde das Grundstück im Jahre 1940 an die Kirchengemeinde überschrieben und nach dem Krieg zurück an den CVJM übertragen.

Der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg war schwierig, da nur wenige der Jüngeren aus dem Krieg zurückkehrten. Trotz allem versammelte man sich sonntags am Nachmittag zum Spielen und abends zum Vereinsabend. Auf dem Platz wurden Faustball und Handball gespielt und die kirchliche Jugendarbeit wurde im Auftrag der Kirchengemeinde durch den CVJM durchgeführt. Die Ferien verbrachte man auf Freizeiten oder Radfahrten. Als Highlight im Jahreskalender wurde das Kappelbergfest auf der Waldbühne ins Leben gerufen, das mittlerweile vom traditionellen Platzfest abgelöst wurde.

Im Jahr 1956 wurde der Anbau, der heute das Apricot beherbergt, eingeweiht. Zur Finanzierung der Baumaßnahmen wurde die Altmaterialsammlung, welche bis heute drei Mal im Jahr durchgeführt wird, ins Leben gerufen.

Im Jahr 1966 wird zusätzlich zu den Sommerfreizeiten auch die erste Winterfreizeit des CVJM Fellbach durchgeführt. Die Winterfreizeiten fanden seither beispielsweise in Davos, Stefansdorf, Grächen, Miraniga, Pany, Kandersteg, Wagrain, im Zillertal und am Achensee statt

Im Jahr 1968 wurde mit Konrad Ruprecht der erste hauptamtliche CVJM-Sekretär angestellt. Bis heute wird ein hauptamtlicher Jugendreferent von der Evangelischen Kirchengemeinde Fellbach bezahlt.

Die frühen 1970er-Jahre waren geprägt von der 68er-Bewegung. So entstanden auch im CVJM Fellbach viele neue Gruppen, wie zum Beispiel der Bibelkreis „Der Weg“. Es fanden evangelistische Veranstaltungen statt und auch die „Jesus People“ fanden ihren Weg nach Fellbach. In diesen Zeiten wurde auch der monatliche Mitarbeiterkreis gegründet, der bis heute Bestand hat.

Als zu Beginn der 1970er-Jahre das damalige Vereinsheim aus allen Nähten platzte, entschloss man sich, das Gartenheim auf der Westseite abzureißen und den heutigen Bau zu errichten. Der Neubau wurde am 1. Juni 1975 eingeweiht.

Bis in die 1980er-Jahre war der damalige Christliche Verein Junger Männer ausschließlich für die Jugendarbeit mit männlichen Teilnehmern zuständig. Die Mädchenarbeit war strikt getrennt und wurde vom Mädchenwerk wahrgenommen. Obwohl Frauen bereits seit den 1970er-Jahren als Mitglied in den CVJM eintreten durften, wurde der Verein offiziell erst im Jahre 1981 in Christlicher Verein Junger Menschen umbenannt.

Im Jahr 1980 wurde ein Haus in Horlachen bei Gschwend gekauft und mit viel Eigeninitiative zu einem Freizeitheim umgebaut. Vom Tag seiner Einweihung am 16. Juli 1983 erfreute es sich großer Beliebtheit bei Fellbacher Gruppen und Freizeiten und wurde auch an externe Gruppen vermietet. Im Jahr 2014 entschloss sich der CVJM Fellbach, das Haus wieder zu verkaufen. Am 26. Oktober 2014 nahmen viele Fellbacher CVJMer Abschied von ihrem Freizeitheim und feierten ein letztes Mal ein großes Fest in Horlachen.

In den Jahren 1984 und 1988 fanden zwei große Fahrrad-Sponsorenrallyes in Fellbach statt, die zusammen über 200.000 D-Mark einbrachten. Das Geld wurde für den Weltdienst des CVJM gespendet.

Im Jahr 1992 wurde das Jugendcafé Apricot eröffnet, welches in unzähligen Arbeitsstunden eines hochmotivierten Teams in Eigenarbeit gebaut wurde. Bis heute erfreut sich das Apricot größter Beliebtheit und ist Treffpunkt für Jung und Alt.

Zwei große Evangelisationswochen fanden in den Jahren 1993 und 1998 in der Schwabenlandhalle statt: Das Rendez Vous wurde gemeinsam in der Evangelischen Allianz Fellbach ins Leben gerufen und begeisterte Hunderte von Jungen Erwachsenen.

Im Jahr 1997 veranstaltet der CVJM Fellbach in Zusammenarbeit mit der evangelischen Gesamtkirchengemeinde das erste Konfi-Camp. Bis heute wird das Konfi-Camp jährlich im November durchgeführt und ist das Highlight eines jeden Konfirmandenjahrgangs.

Als erster CVJM in Deutschland gründete der CVJM Fellbach im Jahr 1999 eine Direktpartnerschaft mit dem YMCA Kakuri in Nigeria. Bis heute fanden zahlreiche Besuche von Fellbachern in Kakuri und natürlich auch Gegenbesuche statt. Bei verschiedenen Workcamps in Nigeria wurden unter anderem eine Computerschule und die Under Five Clinic gebaut.

In den Jahren 2001 und 2007 fanden unter den Mottos „Voll Krass“ und „heaven-o-seven“ zwei Jugendwochen in Fellbach statt mit dem Ziel, Teenager vom Glauben an Jesus Christus zu begeistern.

Am 29. Mai 2014 feierte der CVJM Fellbach mit einem großen Festakt in der Schwabenlandhalle sein 150-jähriges Bestehen. Beim anschließenden Festwochenende bestand unter anderem die Gelegenheit, bei einer Ausstellung in die 150-jährige Vereinsgeschichte einzutauchen.

Der CVJM Fellbach hat in unserer Stadt Geschichte geschrieben und wird dies auch in Zukunft tun.

Wer an unserer Geschichte interessiert ist, findet ausführliche Informationen in unserer Festschrift „Erlebt! 150 Jahre CVJM Fellbach“ oder auf unserer Jubiläums-DVD. Beides ist nach Vorbestellung im Büro erhältlich.