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19/04 2008

Ski-Wochenende 2008 der Gruppe

Die Gruppe am Rand der Zivilisation 

Nein, es hat nichts mit den Teilnehmern der Gruppe zu tun, was die Überschrift aussagt. Auch nichts mit den manchmal exorbitant lauten Unterhaltungen, die im Foyer zur Festlegung des Gruppenprogramms geführt werden. Vielmehr soll dieser Artikel von einem Wochenende berichten, das zweifellos schön und nett war, aber eben teilweise am Rand der Zivilisation.


Am Besten, ich beginne am Anfang:
Die Gruppe beschloss mit Mehrheit, ein Skiwochenende zu veranstalten, möglichst in der Nähe des Zillertals, um auch einem Controller die Möglichkeit zur Teilnahme zu schaffen. Hannes macht sich erfolgreich auf die Suche nach einer geeigneten Heimstatt. Da war die Rede von einer gemütlichen Hütte, in einer Lichtung am Talrand gelegen, nicht direkt mit dem Auto zu erreichen. Es stand geschrieben, man habe einen kleinen Aufstieg zu bewältigen, etwa 50 Meter, danach würde das Gepäck von einem Quad übernommen und man könne dann unbelastet bis zu besagter Lichtung laufen. Als wir am Freitag Abend am Parkplatz ankamen, erwartete uns der Vermieter und hieß uns, ihm zu folgen. Nach kurzer Fahrt konnten wir unser Gepäck erstmal abstellen und die Autos wieder zurückbringen. Hier, so dachten wir zuerst, würde das Quad stehen und das Gepäck gefahren werden. Weit gefehlt. Nicht nur unsere Rucksäcke, sondern auch die beiden mit Nahrungsmitteln randvoll bepackten Alukisten, die wohl nur von gut trainierten Sherpas getragen werden konnte, mussten ab hier 50 Meter weiter transportiert werden.

Es stellte sich heraus, dass nicht die Strecke, sondern die Höhendifferenz gemeint war und dass es sich bei dem Weg um eine Wanderroute handelte, die den Zusatz „Für geübte Alpinisten“ sicher nicht zu Unrecht trüge. Die Bedingungen waren für den Aufstieg eher hinderlich – es regnete immer wieder, was die Felsen glitschig und die Erde dazwischen unhaltbar werden ließ. Völlig erledigt und mit letzter Kraft gab der Wald endlich den Blick auf das heiß ersehnte Quad frei.

Das Gepäck konnte weiterfahren. Der Chef meinte, jetzt ginge es nur noch den nächsten Hügel hinauf und dann noch eine kleine Anhöhe. Dass es in Österreich Berge dieser Höhe gibt, wusste vor unserem Wochenende wohl niemand von uns.

Um den Artikel nicht zum Buch werden zu lassen, werde ich die Schilderung des Hauses, die ein Buch wert wäre, nur kurz anreißen:

Elektrokabelsalat, oberirdische Wasserleitung (im Schnee!), Luftzirkulation bei, an und neben Türrahmen sowohl horizontal als auch vertikal, Wasser aus der Quelle oder aus dem Keller, Brennholz aus alten Schuppen (doppeldeutig), Holzherd, manchmal Dusche, Kühlschrank mit mehreren Lebensmittelgenerationen.

Insgesamt eine tolle Erfahrung, eben gleich in mehrfacher Hinsicht am Rand der Zivilsation.

Am Samstag nach wassersparendem Frühstück und was man sonst morgens noch so macht, wagten wir den Abstieg, der sich wegen des geringen Reibungskoeffizienten frisch gedüngter Wiesen zur einfachen Verwirklichung des Neujahrswunsches „Einen guten Rutsch“ entwickelte. Es folgte ein herrlicher Tag, zurück zu den Wurzeln Diebold-Laipplescher Familienurlaube und mit strahlendem Sonnenschein.

Nach einem Après-Ski-Abstecher folgte ein gemütlicher Abend mit Spielen und Spaghetthi.

Am Sonntag hatte sich das Wetter verändert und sah nach Regen aus. In einer mehrstündigen Diskussion einigten wir uns schließlich, dass einige Skifahren und die anderen Baden gehen wollten. Doch bis wir mit unseren Siebensachen wieder an den Autos ankamen, regnete es endlich und wir konnten uns auf den Heimweg machen, ohne uns erneut sportlich betätigen zu müssen.

Immerhin: Außer einem tollen Skitag lernten wir eine der skurrilsten Hütten der Alpen kennen, erfuhren, dass man mit einer solchen Bruchbude reich werden kann (billig war’s wirklich nicht) und legten fest, dass das nächste Gruppenwochenende in Paris stattfinden soll. Mal sehen, ob wir die Reihe Schopfloch Gerlos um einen weiteren Höhepunkt erweitern können.

Jan Uwe Berner